Frère Roger als Namenspatron - 28. Juni 2006Das Kinderzentrum der Katholischen Jugendfürsorge in Augsburg-Oberhausen trägt nun den Namen Frère-Roger-Kinderzentrum. Mit Gottesdienst, Festakt und einem Sommerfest wurde die Umbenennung nun vollzogen. Als Namenspatron des Kinderzentrums wurde Frère Roger Schutz ausgewählt, Gründer der ökumenischen Kommunität in Taizé. Unter dem erst von ihm formulierten Motto „Vertrauen in die Jugend der Welt: Versöhnung - Gemeinschaft - Frieden” trafen sich Kinder, Eltern und Mitarbeiter des Kinderzentrums mit geladenen Ehrengästen zum Festtag. „Was ihr Kinder hier lebt gehört in das Herz von dem, was wir in Taizé leben”, ermutigte Frère Wolfgang, der zu der Umbenennung extra aus Taizé gekommen war, die Kinder. Der Regionaldekan Dr. Michael Mayr unterstrich die Bedeutung sozialer Einrichtungen für die Kirchen: „Da wo ihr Kinder oder andere Menschen aufnehmt, hier im Kinderzentrum oder in anderen Einrichtungen, da nehmt ihr Jesus auf.” Schwabens evangelischer Regionalbischof Dr. Ernst Öffner betonte die große Bedeutung von Taizé für das Miteinander der Konfessionen. In ihren Grußworten lobten Josef Gediga, Vizepräsident der Regierung von Schwaben, und Rudolf Nowak, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Augsburg, die Arbeit des Frère-Roger-Kinderzentrums und der Mitarbeiter.
Das Kinderzentrum Augsburg wird den großen Freund der Jugend, Frère Roger Schutz, ab sofort als Namenspatron und Vorbild haben. © Ateliers et Presses de Taizé Seit 1983 besteht dieses Kinderzentrum als Einrichtung der KJF. Hier sind zwei Kinderheime, Heilpädagogische Tagesstätte, Schule zur Erziehungshilfe und weitere Dienste unter einem Dach vereint mit einem Ziel: Kindern, Jugendlichen und Familien bei allen Erziehungs- und Entwicklungsproblemen so zu helfen, damit ihr Leben in geregelten Bahnen verlaufen kann. Wozu braucht nun dieses Kinderzentrum einen Namenspatron? „Wir möchten als kirchlicher Verband auch unsere Einrichtungen mit Namen von Personen verbinden, die als Vorbilder für unsere jungen Leute dienen können”, erklärt Prälat Günter Grimme, der Direktor der KJF. „Alle Welt redet heute von Profil und Werten. Diese Vorbilder verkörpern sie.” Dass der Gründer der ökumenischen Kommunität in Taizé (Frankreich), Frère Roger Schutz nun im Namen seiner Einrichtung stehen wird, findet der Leiter des Kinderzentrums, Valentin Rothbucher, eine gute Wahl. „Seine Kommunität in Taizé ist ja ein Beispiel für das friedliche Zusammenleben über die Grenzen von Konfession, Nationalität und Sprache hinweg. Damit zeigt uns Frère Roger ein hervorragendes Gegenmodell zu den Orten auf der Welt, an denen es Streit und Krieg gibt. Frère Rogers Vertrauen in die Jugend war unerschütterlich, und junge Leute aus der ganzen Welt fühlten sich daher zu ihm hingezogen. Dieses grenzenlose Vertrauen, diese bedingungslose Annahme der Kinder brauchen auch wir in unserer Arbeit.” Dass auch ein evangelischer Christ Vorbild für die Kinder einer katholischen Einrichtung sein kann, finden Grimme und Rothbucher durchaus passend. „Er hat das gelebt, was er gesagt hat: Versöhnung, Gemeinschaft, Frieden. Das sind die Ideale Jesu Christi und diese Ideale verbinden alle Christen weltweit”, so Grimme.
Das neue Schild für das Frère-Roger-Kinderzentrum enthüllten gemeinsam (von links) Frère Wolfgang, Regionalbischof Dr. Ernst Öffner, Regierungs-Vizepräsident Josef Gediga und der Leiter des Jugendamts, Rudolf Nowak, sowie Jugendfürsorge-Direktor Prälat Günter Grimme. © KJF/Karg Die 250 Mitarbeiter betreuen im Kinderzentrum mit direkten erzieherischen Hilfen etwa 250 Kinder und Jugendliche; über Angebote wie Schulsozialarbeit, Streetwork und Jugendarbeit werden darüber hinaus deutlich mehr als 2.000 weitere Kinder und Jugendliche erreicht. Im französischen Taizé gründete der gebürtige Schweizer Roger Schutz (* 1915, † 2005) im Jahr 1940 eine internationale ökumenische Kommunität. Die Brüder versprechen, ein Leben lang materielle und spirituelle Güter zu teilen, in Ehelosigkeit zu leben und einen schlichten Lebensstil zu führen. Heute gehören dieser Gemeinschaft an die hundert Brüder aus über 25 Nationen und verschiedenen christlichen Kirchen an. Frère Roger erhielt als Annerkennung für sein Engagement zahlreiche renommierte Preise, u.a. den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den UNESCO-Preis für Friedenserziehung, den Internationaler Karlspreis zu Aachen und den Robert-Schuman-Preis. |