Sonderpreis für vorbildliches Engagement - 09. Mai 2006Schon zum vierten Mal vergab der Bezirk Schwaben heuer einen Denkmalpreis sowie zwei Sonderpreise für Privatleute, die durch den Erhalt eines Denkmals „kulturelle Verantwortung für das Gemeinwesen” übernehmen. Beim Festakt in Augsburg erhielten Roman Gruber und Ehefrau Waltraud Bäuerle-Gruber 5.000 Euro für ihr Engagement. Von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bekamen die Eheleute eine Auszeichnung für die Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in der Augsburger Wolframstraße überreicht (wir berichteten). Der Sonderpreis des Bezirks Schwaben wurde für das vorbildliche private Engagement der Grubers beim Erhalt eines so „einzigartigen Gebäudes in der Fuggerstadt” vergeben, schwärmt Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert.
(von links) Roman Gruber, Waltraud Bäuerle-Gruber, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Regierungsvizepräsident Josef Gediga und Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl. © Andreas Lode Das Anwesen in der Augsburger Wolframstrasse, ein Büro- und Wohngebäude, wurde um 1928 in expressionistischem Baustil mit markanten Backsteinornamenten, die reliefartig die Fassade gliederten, gebaut. Dunkel gebrannte Kliniker, schöne Farbglasuren und kunstvolle Verlegetechniken prägen die plastisch hervortretende Fassade. Das bislang vernachlässigte Gebäude wurde nach sorgfältiger Untersuchung unter Entfernung späterer Überarbeitungen in seinem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder hergestellt. „Hervorzuheben sind hierbei die Freilegung von Klinker und Betonteilen, der Originalfarben sowie die Restaurierung der erhaltenen Ausstattungsteile”, so Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl in seiner Begründung. Das Gebäude sei eines der ganz wenigen hervorragenden Beispiele des modernen Bauens in den '20er Jahren, die in Augsburg erhalten geblieben seien. „An städtebaulich prägender Stelle stellt es zudem einen Blickfang da, der das gesamte Ensemble aufwertet”. Der Hauptpreis des Bezirks für vorbildliche Denkmalerhaltung geht an Hans-Peter Reerink und Dr. Christiane Reerink für die Sanierung und Reaktivierung des Eggelhofs in Achsheim (Gemeinde Langweid, Landkreis Augsburg). Dieser Einzelhof wird urkundlich bereits im 12. Jahrhundert erwähnt und war bis zur Säkularisation im Besitz des Augsburger Domkapitels. Einen weiteren Sonderpreis über 5.000 Euro erhält die Lebenshilfe Donau-Ries, die eines der ältesten Gebäude in Nördlingen saniert hatte, das ebenfalls das Geburtshaus von Fußballstar Gerd Müller ist. Der Bezirkstagspräsident kritisierte bei der Veranstaltung zugleich die geplanten massiven Mittelkürzungen im Etat des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. „Unsere Denkmäler sind ein Fundament des Kulturstaates, ihr Verlust ist nicht mehr rückgängig zu machen”, so Reichert. |