Drei Augsburger und ein Kühlfinger - 30. Mai 2005Drei Augsburger Gymnasiasten landeten beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht” einen Riesenerfolg. Matthias Dübgen (19), Peter Jaschke (18) und Andreas Raba (19) setzten sich in ihrem Fachgebiet gegen die Konkurrenz durch. Sie experimentierten mit keramischen Supraleitern und beeindruckten damit gestern die Jury in Dortmund.
Bild: Peter Jaschke, Andreas Raba und Matthias Dübgen (v.l.) In einer Feierstunde mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und Bundespräsident Horst Köhler wurden gestern in der Energiehalle der Deutschen Arbeitsschutzausstellung die Sieger des 40. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht” gekürt. Unter dem diesjährigen Motto „Der nächste Level” buhlten 218 experimentierfreudige Nachwuchsforscher mit 120 Projekten um die Gunst der Juroren. Und in ihrem Fachbereich machten die Thierhauptener Dübgen und Raba mit Jaschke aus Neukirchen das Rennen. Gratulation! Drehende Wärme und schwebende Kälte, damit sicherten sie sich die Aufmerksamkeit der Juroren. Die Abiturienten vom Gersthofer Paul-Klee-Gymnasium überzeugten mit ihren Forschungen über Supraleiter und Lichtmühle. Zum näheren Verständnis: Supraleiter sind für Naturwissenschaftler faszinierende Stoffe. Kühlt man sie stark genug ab, verlieren sie ihren elektrischen Widerstand komplett und transportieren Strom ganz ohne Verlust. Dübgen, Jaschke und Raba haben aus der noch relativ jungen Stoffklasse der keramischen Supraleiter eine pfiffige Apparatur gebaut: ein kleines Flügelrad, das reibungsfrei auf einem supraleitenden Magneten lagert und sich - getrieben durch die Energie des Lichtes - munter dreht. Als Knackpunkt erwies sich die Kühlung: Damit das supraleitende Magnetlager funktioniert, mussten es die drei Nachwuchsphysiker irgendwie mit flüssigem Stickstoff auf minus 195 Grad Celsius einfrieren. Den Erfolg brachte letztlich ein ausgetüftelter Kühlfinger, der um ein Vielfaches billiger ist als vergleichbare konventionelle Systeme. Doch wer nun denkt, dass sich die drei auch in Zukunft ganz dem Mysterium Physik verschreiben wollen, der irrt. Peter will Informatik studieren, Matthias Medizin und Andreas Chemie. Bei der Vorarbeit dürfte der erfolgreiche Abschluss wohl kein Problem sein. Viel Erfolg! Die Stiftung „Jugend forscht e. V.” richtete den viertägigen Bundeswettbewerb übrigens heuer zusammen mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus. „Jugend forscht ist eine echte Erfolgsgeschichte”, hob Bundespräsident Horst Köhler in seinem Grußwort hervor. „Dieser Erfolg ist vielen zu verdanken: den Betreuern, den Juroren, den Patenunternehmen, den Förderern. Ihr Engagement ist beispielhaft und schafft eine unverwechselbare Atmosphäre zur Förderung von Kreativität und zur Anerkennung von Leistung. Erfolgreiche Praktiker haben bei Jugend forscht erfahren, dass Neugier und Leidenschaft, kritisches Denken und Ideen, Mut und Leistungsbereitschaft zum Erfolg führen.” |