Gegen Gewalt auf dem Schulhof - 29. Juni 2005

Stefan und Milena wünschen sich ein Vogelnest und eine Höhle. Justin und Antonio träumen von einem Labyrinth und einem Himmel- und Höllespiel. Andreas fände einen Getränkestand toll. Sie alle besuchen die Schule für Kinder, die am Josefinum Augsburg behandelt oder im Kinderzentrum gefördert und betreut werden.

Beide Einrichtungen werden von der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) betrieben. Wie in jeder Schule gab es auch dort auf dem Schulhof mal Rangeleien oder Streit. Grund genug für Andrea Krebs-Lorenz, zu fragen: „Was können wir verändern? Was macht Stress?” Gemeinsam mit einem Schulteam aus Lehrern und anderen Fachkräften hat sie ein Konzept zur Pausengestaltung entwickelt. „Es gibt verbindliche Regeln für Lehrer und Schüler”, erläutert Andrea Krebs-Lorenz. Aus einem großen Angebot an Aktivitäten wählen die Schüler verbindlich eines aus, mit dem sie sich die ganze Pause lang beschäftigen. Das kann Tischtennis auf dem Pausenhof sein, ein Buch in der Bibliothek lesen oder gemeinsam mit einem Mitschüler ein Spiel im Klassenzimmer spielen. Nach jeder großen Pause reflektieren und bewerten die Schüler ihr eigenes Verhalten. Das kann mit Symbolen wie Smilies oder auch mit Worten passieren. Die einzelnen Regeln sind nicht spektakulär, „das Gesamtkonzept ist das Besondere”, so Krebs-Lorenz.


Gewalt auf dem Schulhof


Dass solche Konzepte zur Pausengestaltung erfolgreich sind, zeigt auch eine Statistik des Bundesverbands der Unfallkassen. 2003 wurden im Schnitt 11,3 von tausend Schülern bei Schlägereien auf dem Schulhof verletzt. Noch vor zehn Jahren lag die Zahl bei 15,5.