TIM in trockenen Tüchern - 23. April 2005

Jetzt ist es endlich fix. Vergangene Woche unterzeichneten Vertreter der Stadt den Vertrag mit dem bekannten Grazer Architekten Klaus Kada. Freie Bahn also fürs Augsburger Textil- und Industriemuseum, das schon Ende 2007 eröffnen will. Kostenpunkt: Schlappe zehn Millionen Euro.

Logo TIMBei der Vertragsunterzeichnung am 11. April waren neben OB Dr. Paul Wengert und dem Architekten auch Mitglieder des Fördervereins Textilmuseum dabei und ehemalige Mitarbeiter aus der Textilindustrie, ohne die es das Museum erst gar nicht gäbe. Sie haben die Idee vorangetrieben und auch mitgeholfen, die alten Maschinen wieder in Gang zu setzen, die jetzt wieder in der hohen Halle rattern wie in alten Zeiten. Der Steirer Kada wird die alte Kammgarnspinnerei zum ersten staatlichen Industrie-Museum in Bayern umbauen. Als Referenzen legte er schon das Festspielhaus St. Pölten und die Stadthalle Graz hin. In Österreich wurde der Coup des Steirers schon längst gefeiert.


Das TIM will die für Augsburg so bedeutsame Epoche des Industriezeitalters lebendig dokumentieren. Bürgermeisterin Eva Leipprand erklärt: „Zur Geschichte unserer Stadt gehören die Römer und Bischof Ulrich, die Fugger und die Renaissance, Gold und Silber, Mozart und Rokoko. Aber eben auch die Zeit, in der Augsburg mit seiner Industrie europäische Bedeutung erlangte und Stadtbild wie Bevölkerungsstruktur grundlegend veränderte.” Die Industriekultur ist Teil der Stadtidentität. „Das Textilviertel, das zur Einkaufsmeile herabzusinken drohte, wird durch diesen kulturellen Impuls aufgewertet und weiterentwickelt.”


Ende 2007 soll das TIM eröffnet werden - als erstes Landesmuseum in Schwaben und erstes Textil- und Industriemuseum in Bayern. Sobald es fertig ist, wird das Gebäude dem Freistaat übergeben und dann von diesem geführt.