Wo Kinder kreativ sein können - 18. Juni 2005

Die Farbflaschen stehen auf dem Tisch, die Pinsel sind gezückt, lustige Gipsfiguren zum Bemalen bereit - Jenny, Pascal, Benjamin und Shihaz machen sich ans Werk. Sie sind vier von insgesamt acht Schülern, die zur Zeit die Heilpädagogische Tagesstätte in Kissing (Nelkenstraße) besuchen. Wir sind im neuen Kreativraum.

In dieser Einrichtung des Erziehungs- und Jugendhilfeverbundes Aichach-Friedberg der Katholischen Jugendfürsorge werden Mädchen und Buben aus dem südlichen Landkreis mit Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsverzögerungen oder Schwierigkeiten in Schule und Familie gefördert. Seit diesem Schuljahr steht dafür auch ein Kreativraum zur Verfügung. „Hier können die Kinder sich ausdrücken”, erklärt Sozialpädagogin Elke Lochmüller die Idee hinter dem Angebot. Papier in allen Formen von Tonkarton bis Transparentpapier, Wolle, Bast, Pfeifenputzer, Klorollen, Dosen, aber auch Naturmaterialien wie Blätter oder Tannenzapfen - der Kreativität der Kinder sind keine Grenzen gesetzt. „Die Kinder lassen sich vom Material inspirieren oder bringen eigene Ideen mit.” Gemeinsam wird dann überlegt, wie sich etwa das Thema Wasser oder Boot in die Praxis umsetzen lässt. „Die Kinder dürfen ausprobieren und experimentieren”, so Lochmüller.


Jenny, Pascal, Benjamin und Shihaz (von links) haben viel Spaß im Kreativraum der Heilpädagogischen Tagesstätte.

Bild: Jenny, Pascal, Benjamin und Shihaz (von links) haben viel Spaß im Kreativraum der Heilpädagogischen Tagesstätte.


Aber der Raum eignet sich nicht nur für Projektarbeit mit der ganzen Gruppe. Einige Schüler nutzen ihn auch als Rückzugsbereich, um für sich selbst zu arbeiten. In solchen Situationen ergeben sich oft intensive Gespräche mit den Betreuern. In der Arbeitssituation erzählten die Kinder oft von sich aus von Schulproblemen, so Lochmüller. Das partnerschaftliche Handeln beim Malen oder Basteln ermögliche es dann, zusammen an Problemlösungen zu arbeiten: „Das gemeinsame Tun ermöglicht gemeinsame Lösungen.”