„Blitzer” arbeiten kostendeckend - 18. Mai 2005

Seit einem Jahr „teilt” sich die Polizei Augsburgs Temposünder mit der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung (VÜD). Das ehrbare Ziel: die Verkehrssicherheit vor Schulen, Krankenhäusern, Tempo-30-Zonen, Pflegeheimen und Unfallschwerpunkten zu erhöhen. Schon jetzt rentiert sich die Maßnahme.

Die sechs Mitarbeiter im Außendienst und die Fachkraft für Nachermittlungen und Einwendungen haben ganze Arbeit geleistet. Exakt 21.712 Mal hat die Truppe Augsburger „geblitzt”, die zu schnell unterwegs waren, davon wurden 18.686 Raser jeweils mit bis zu 35 Euro verwarnt, 2.355 Mal wurden Bußgeldbescheide fällig. Im Zeitraum vom 1. Mai 2004 bis 30. April 2005 wurden damit rund 490.000 Euro eingenommen. Die Ausgaben für Messeinrichtungen, Datenverarbeitung und Fahrzeuge werden mit 119.000 Euro, die Personalkosten mit rund 380.000 Euro angegeben. So ergibt sich schon im ersten Einsatzjahr der Kommunalen Verkehrsüberwachung annähernd eine Kostendeckung.


Mit dieser Bilanz liegen die Verkehrswächter aber noch immer hinter den Erwartungen von Organisations- und Personalausschuss zurück, die eigentlich mit jährlich 30.000 Fällen gerechnet hatten.


In Absprache mit der Polizei gibt's jetzt bereits 255 Messstellen. Immerhin kann man sich bei der kommunalen Verkehrsüberwachung noch auf vernünftige Dienstzeiten verlassen. Kontrolliert wird nur an den Werktagen zwischen 7.30 und 17.30 Uhr. Messungen an Wochenenden und am Abend werden nur vereinzelt und auf besondere Anforderung vorgenommen.


Und wer sich im Firmen- oder Mietwagen sicher fühlt, hat beim VÜD nichts zu Lachen. In Sachen Nachermittlung sind die Augsburger auch Spitze. Von 684 Fällen, in denen sich der Halter weigerte, den Fahrer zu nennen, wurden 604 positiv ermittelt. Das ergibt eine beeindruckende Quote von 90 Prozent.


Nun noch ein paar beeindruckende Zahlen der VÜD: 45 Fahrverbote wurden ausgesprochen, 120 Einsprüche bei Bußgeldbescheiden abgearbeitet und in 72 Fällen die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.