Rechte „Mahnwache” hinter Gittern - 26. Februar 2005

Die Polizei hatte professionell vorgesorgt: Mit Sperrgittern verhinderte sie, das die Anhänger von NPD, Kameradschaft Süd und DVU gestern zu Schaden kamen. Die Rechten wollten provozieren mit ihrer „Mahnwache” zum 61. Jahrestag (wir berichteten) der Bombardierung Augsburgs. Und man muss es zugeben: Es ist ihnen gelungen.

Die Maßnahmen der Polizei waren vorausschauend, denn rund 150 Gegendemonstranten wollten sich den frechen Aufmarsch der Rechtsextremisten nicht gefallen lassen. Lautstark versuchten sie von der Philippine-Welser-Straße aus die Schmähreden der Rechten zu übertönen, vereinzelt trafen die Provokateure Schneebälle, auch mal eine Flasche. Doch da ging die Polizei bereits dazwischen. Der 18-jährige Übeltäter wurde nach Überprüfung seiner Personalien laufen gelassen. Um 18.15 Uhr war der Spuk dann zu Ende. Teile der Rechtsradikalen aus München und dem Raum Landsberg wurden noch von der Polizei zum Bahnhof eskortiert und laut Polizeibericht „bis zum Einsteigen in die betreffenden Züge mit Unterstützung von Beamten des Bundesgrenzschutzes betreut.”


Lautere Motive verfolgten dagegen die Bürger, die sich trotz klirrender Kälte seit 16 Uhr friedlich auf dem Rathausplatz versammelt hatten. SPD, Grüne und DGB luden unter dem Motto „Was wir nicht vergessen dürfen” ein. Geschätzte 200 Bürger folgten der Einladung, um der schlimmen Bombennacht zu gedenken, in der 1944 halb Augsburg zerstört wurde. Unisono wollten die Redner (OB Dr. Paul Wengert, Heinz Paula, Dr. Linus Förster) ein Zeichen setzen gegen die Rechtsradikalen.


Pikant: Erst durch diese Kundgebung konnte verhindert werden, dass DVU und NPD auf dem Rathausplatz wachen durften.