Stefanie Sixt - Film ab! - 31. August 2006Sie hat schon mit Ex-„Kraftwerker” Karl Bartos „15 minutes of fame” in New York gedreht, mit „Fanta4”-Rapper Thomas D. den Experimentalfilm „quo vadis mars?”, Einspieler fürs TV, Imagefilme und Werbeclips produziert. Außerdem: „1777” zum Mozartjahr. Die Rede ist von der Augsburger Regisseurin und Produzentin Stefanie Sixt. „1777” - das ist nicht bloß eine Zahl. In dem Jahr war Wolfgang Amadé Mozart zu Besuch in Augsburg und hatte seine liebe Not mit diesen so gar nicht kunstsinnigen Patriziern seiner Vaterstadt. Dass diese kleine Episode nicht in Vergessenheit gerät, dafür hat Steffi Sixt nicht nur hier in Augsburg gesorgt. „Mozart an eine junge Zielgruppe heranzuführen und dabei das bestehende Design-Konzept für das 55. Deutsche Mozartfest mit einzubinden, war eine spannende Herausforderung.” Und der hat sich Stefanie Sixt mit Verve angenommen. Schon bei der Premiere im März in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin hatte sie für diesen siebenminütigen Animationsfilm im Monty-Python-Stil reichlich Lob geerntet. Das Kulturbüro hatte ein sicheres Gespür bewiesen bei der Vergabe dieser Auftragsarbeit an Steffi Sixt. Der preiswürdige Film kam nämlich auch beim hiesigen Publikum gut an - bei Jung und Alt.
Es wäre nicht der erste Preis, den die 33-Jährige für ihre Arbeiten einheimst. 1999 kassierte sie beim „Mecon new Talent Award” (Kategorie „Station ID”) den ersten Preis fürs Re-Design des TV-Senders „Kabel1”. Vergangenes Jahr wurde sie gemeinsam mit Daniela Kammerer für den Animationsfilm „Küchenphantasien” mit dem „Special Award" des „IF Design Awards” ausgezeichnet - von unzähligen Nominierungen ganz zu schweigen. Und schon in der Ausbildung hat die junge Augsburgerin nicht gekleckert, sondern geklotzt. Nach dem Abitur im Holbeingymnasium hatte sie 1994 für ein Jahr die „Academie beeldende Kunsten” in Maastricht besucht und danach von 1996 bis 1999 an der Augsburger FH ihren Abschluss als Diplom-Designer mit Schwerpunkt audiovisuelle Medien und Internet gebaut. Konsequent ging sie nun ihre berufliche Karriere an. Die Diplom-Kommunikationsdesignerin hat eine steile Karriere hingelegt. Bereits seit 1997 ist Stefanie Sixt als freie Regisseurin und Produzentin von Videofilmen im kommerziellen wie im experimentellen Bereich international voll am Start. Im Jahr 2000 gründete sie dann folgerichtig das eigene Unternehmen „sixt sense”. Ihr Portfolio: Produktion von Image- sowie Experimentalfilmen, Musikvideos und Motion Graphics. Und die Rechnung ging voll auf. Schon mit ihren ersten Aufträgen hat Sixt internationale Erfahrungen sammeln können. „Über meine Arbeit in Ländern wie Mexiko und den USA oder das Studium in den Niederlanden habe ich begonnen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse haben meinen Horizont erweitert und mich gelehrt, Aufgaben als Herausforderung zu betrachten und das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen.” Viele ihrer Arbeiten wurden inzwischen national ausgestellt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Und eins scheint sicher: Man wird sich diesen Namen merken müssen. Und jetzt wird's privat. Drei Fragen an Stefanie Sixt: 1. Verraten Sie uns Ihre Lieblingsfilme? 1. „Die Stadt der verlorenen Kinder” (1995), von Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet, 2. Was sind Ihre beruflichen bzw. künstlerischen Ziele? „Ich möchte mich in Zukunft mit meiner Arbeit, 2D-Animationen kombiniert mit Realfilmen, etablieren und am liebsten noch internationaler tätig werden. Das wär' optimal. Künstlerisch betrachtet wünsche ich mir, dass mir die Chance gegeben wird, meine Ideen und Visionen weiter zu verwirklichen.” 3. Was bedeuten Ihnen Preise? „Ich freue mich natürlich über jeden Preis, der mir für meine Arbeit verliehen wird. Darüber hinaus sind Preise aber zugleich ein wichtiges Gütesiegel, das mir hilft, von der Außenwelt besser wahrgenommen zu werden.” |