Katharina Mittermeier - geht konsequent ihren Weg - 02. Mai 2006

Sie spielt und singt, sie tanzt und textet mit so großem Erfolg, dass ihr Spielplan kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Keine Selbstverständlichkeit in der Schauspielerei, die ja nur für wenige einen Platz im gleißenden Scheinwerferlicht verspricht. Aber Katharina Mittermeier geht ihren eigenen Weg - bravourös!

In 2005 spielte die Augsburgerin (27) bei den Heidelberger Schlossfestspielen die Marthe in Goethes „Urfaust”; und das Mädchen in „Der Name der Rose” - beides in der Regie von Wolfgang Maria Bauer. Gleich danach ging's sofort wieder zurück nach Hamburg, wo am St. Pauli Theater die Proben zu „Cabaret” anliefen. Hier ist sie keine Unbekannte. Seit 2004 lebt und arbeitet Katharina Mittermeier als freischaffende Schauspielerin in Hamburg und spielte dort bereits am Thalia Theater in der viel umjubelten Inszenierung Erik Gedeons, „Thalia Vista Social Club”, und am St. Pauli Theater im Franz Wittenbrink-Abend „Mütter”; ferner am Winterhuder Fährhaus und an den Hamburger Kammerspielen „Live!”; unter der Regie von Johannes Kaetzler.


Katharina Mittermeier


Schon früh infizierte sie sich mit dem „Bühnenvirus”, als sie im zarten Alter von 15 Jahren erstmals kleine Rollen im Theater Augsburg spielen durfte. Damit war's um sie geschehen. Konsequent nahm sie ein Studium für Schauspiel, Musical und Tanz an der „AMA-Schule München” auf. Noch während der Ausbildung erfolgten erste Verträge als Schauspielerin ans Oberbayerische Städtetheater, ans „Tollwood-Festival” in München und von 1998 bis 2000 regelmäßig ans „theater ... und so fort” in München, wo sie auch als Teil der künstlerischen Theaterleitung wichtige Erfahrungen sammeln konnte. Im Jahr 2001 folgte dann ein Part in der Uraufführung des Ötzi-Musicals „Frozen Fritz” am Bozener Stadttheater unter Regisseur Manfred Schweigkofler. Gleich danach wurde sie vom Fleck weg für die Bad Gandersheimer Domfestspiele engagiert und spielte dort in „Cabaret”; „Ali Baba” (2002) und „The Beautiful Game” (2003). Bei allen drei Produktionen führte Georg Immelmann Regie. Dazu kam 2003 die Hauptrolle in „Das Sams” unter Katja Buhls Regie. Darüber hinaus spielte sie 2002 die „Dinah”; in „High Society” (Regie: Hartmut H. Forche) und tourte ein halbes Jahr kreuz und quer durch die ganze Republik. 2003 verschlug es Katharina Mittermeier ans Staatstheater Braunschweig, wo sie unter anderem für „Das Kontingent” mit Regisseur Christian Schlüter und „In einem tiefen dunklen Wald” (Jörg Gade) engagiert wurde.


Nebenbei ist Katharina Mittermeier ebenfalls noch eine viel gefragte Texterin. Sogar Disney klopfte an und daraus entstanden 2004 die deutschen Songtexte für den Disney-Fernsehfilm „Nine Dogs Christmas” - wow. Den Titelsong „Jemand wie Du” hat sie dann auch noch selbst gesungen. Ebenso lieferte sie die Texte fürs WDR-Hörspiel „Gevatter Tod Teil eins und zwei” von Terry Pratchett. Daraus entstand eine CD-Produktion für Random House/BMG Wort. 2005 lieferte sie den deutschen Songtext für den Titelsong der Super RTL-Serie „Thomas & seine Freunde”.


Soweit die Fakten, jetzt wird's privat. Plan-Augsburg hat der attraktiven Künstlerin ein paar ganz persönliche Fragen gestellt:


1. Warum Hamburg?


Hamburg ist für mich die ideale Verbindung von Heimat und „Großer Weiter Welt”. Denn ich brauche das Tempo einer Großstadt, die Vielfalt und die Offenheit. Am meisten liebe ich die Elbe und die Alster. In welcher anderen Stadt hast Du schon das Meer gleich vor der Tür? Außerdem ist die Stadt voller Natur. Das habe ich in anderen Städten oft vermisst. Und auch wenn's nicht immer leicht ist, schätze ich die Direktheit der Menschen hier sehr.


2. Was würden Sie als Ihren größten Erfolg bezeichnen?


Mein größter Erfolg ist, den von mir eingeschlagenen Weg konsequent zu gehen. Und ich versuche das jeden Tag aufs Neue zu machen.


3. Was wären Ihre Traumrollen/Engagements?


Konkret gibt es das nicht. Eine Rolle oder ein Engagement wird für mich zum Traum, wenn ich meinem eigenen Anspruch gerecht werde, man erkannt hat was mich als Künstler ausmacht und man damit arbeitet. Klingt schrecklich esoterisch, aber ich kann es nicht anders sagen. Das ist aber das ein oder andere Mal schon passiert und das heißt dann, dass ich nicht irgendwann ein Ziel erreich, indem ich genau das „eine” Engagement bekommen habe, sondern dass sich Ziele und Träume ständig verwirklichen lassen.


4. Drei Lieblingsfilme?


1. Drei Nüsse für Aschenbrödel
2. Le Grand Bleu (Im Rausch der Tiefe)
3. Gefährliche Brandung


5. Drei Lieblingstheaterstücke?


1. Wer hat Angst vor Virginia Woolf
2. Nathan der Weise
3. Cyrano


6. Drei Lieblingsbücher?


1. Das Orangenmädchen
2. Die Luftgängerin
3. Eine Woche voller Samstage


7. Wie wär's mit dem Augsburger Stadttheater?


Warum nicht?! Ich hätte schon Lust da mal wieder zu spielen. Ich habe da schließlich mit 15 begonnen. Eine Freundin (Schauspielerin) meiner Mutter sagte damals zu ihr: „Pass bloß auf, einmal Theaterluft geschnuppert und schon ist sie dem Theater verfallen.” Was soll ich da noch sagen?